Reboarder gebraucht kaufen – Was ist zu beachten?

20.03.2017

Ein Baby bedeutet viele zusätzliche Kosten, sowohl laufende als auch fixe Kosten. Um möglichst viel Geld sparen zu können setzen viele Eltern beim Kauf einmaliger Anschaffungen auf gebrauchte Gegenstände. Es gibt beim Kauf gebrauchter Gegenstände einiges zu beachten, damit Ihr Kind stets sicher ist. Ich will näher darauf eingehen, worauf Sie achten müssen, wenn Sie einen gebrauchten Reboarder kaufen möchten.

Auf was muss ich beim Kauf eines gebrauchten Kindersitzes achten?

Zuallererst ist grundsätzlich beim Kauf eines gebrauchten Gegenstandes immer auf allgemeine Dinge zu achten. So verhält es sich auch bei Reboardern.

Wenn es um Sicherheit geht, machen Eltern bei ihren Kindern keine Kompromisse. Es gibt bei Reboardern sogenannte ECE-R 44 Prüfsiegel, welche jeder sichere und geprüfte rückwärts gerichtete Kindersitz besitzt. Das aktuelle Prüfsiegel hat eine orange Farbe und heißt ECE-R 44. Prüfen Sie also zuerst, ob sich ein solches Prüfsiegel auf dem Reboarder befindet, denn ohne ein solches Siegel können Sie sich den jeweiligen Reboarder gleich abschreiben, da anscheinend primäre Sicherheitsstandards nicht erfüllt sind.

Des Weiteren müssen Sie im Vorfeld abklären, ob der Kindersitz auf Ihr Kind zugeschnitten ist. Bei Reboardern gibt es die Gruppen 0 bis III. Die einzelnen Gruppen teilen die Reboarder in bestimmte Gewichtsklassen von Kindern ein.

Ist auf dem Reboarder ein ECE-R 44 Prüfsiegel vorhanden und der Kindersitz passt von der Gruppe her zu Ihrem Kind, dann können Sie nun schauen, ob Sie auch die folgenden Punkte von der Prüfliste abgehakt werden können.

War der Sitz bereits in einen Unfall verwickelt?

Das ist besonders wichtig: Erkundigen Sie sich beim Verkäufer, ob der Reboarder schon in einen Unfall verwickelt war. Ist das der Fall, dann heißt es: Finger Weg! Nach einem Unfall sind Kindersitze in der Regel nur noch für die Mülltonne passend.

Weißt der Kindersitz Beschädigungen auf?

Eigentlich eine recht offensichtliche Frage, denn Beschädigungen sind stets ein No-Go beim Kauf eines gebrauchten Kindersitzes. Um Beschädigungen erkennen zu können, müssen Sie den Bezug des Kindersitzes abnehmen, damit Sie die Sitzschale genauer betrachten können. Achten Sie auf Risse, Verformungen oder Bruchstellen. Die Beschichtung der Gurte splittert häufig ebenfalls ab, weswegen Sie auch den Gurt und die Gurtführung genauer inspizieren sollten. Sind keine solcher Mängel vorhanden und ist auch der Gurt intakt, dann können Sie diesen Punkt ebenfalls abhaken.

Ist der Reboarder noch komplett?

Fragen Sie zu diesem Zweck nach der Bedienungs- bzw. Montageanleitung des Sitzes, durch die Sie dann überprüfen können, ob noch alle Bauteile des Reboarders vorhanden sind.

Funktioniert der Reboarder noch einwandfrei?

Das Vorhandensein der Bauteile heißt jedoch noch nicht, dass mit dem Reboarder alles in Ordnung ist. Prüfen Sie die einzelnen Bauteile auf deren Funktionalität. Vor allem wichtig ist, dass der Gurt und das Gurtschloss, sowie jegliche Verriegelungssysteme einwandfrei funktionieren, so dass keine Sicherheitseinschränkung entsteht.

Achten Sie auf das Alter

Ein Kindersitz sollte nicht allzu alt sein, weil der Kunststoff mit der Zeit spröde wird. Als Folge dessen kann es vorkommen, dass der Sitz nicht mehr die ausreichende Sicherheit bietet wie am Anfang. Von den Herstellern werden immer wieder neue Sicherheitsmöglichkeiten entwickelt, weswegen alte Sitze häufig "veraltet" sind. Das heißt, dass zu alten Reboardern diese Sicherheitsmöglichkeiten fehlen und so ein größeres Risiko entsteht.

Gebrauchte Kindersitze nur mit Vertrauen kaufen!

Vertrauen spielt eine große Rolle beim Kauf eines gebrauchten Kindersitzes. Man möchte niemandem etwas unterstellen, jedoch sind viele Verkäufer nur darauf aus, Geld mit dem Verkauf zu verdienen. Welche Geschichte der Kindersitz bereits hinter sich hat, wird dabei häufig verschwiegen, wodurch oftmals viel zu fahrlässig mit der Sicherheit des Kindes umgegangen wird.

Selbst wenn nach einem Unfall keine erkennbaren Spuren am Reboarder zu sehen sind, dann sollten Sie trotzdem skeptisch sein, weil bereits kleinste Risse im Ernstfall zu verheerenden Folgen führen können. Mit bloßem Auge sind die Mikrorisse nicht erkennbar, deswegen rate ich von einem Kauf eines Reboarders, der bereits in einen Unfall verwickelt war, dringend ab.

Mein Tipp lautet deswegen, dass Sie sich zuerst bei Freunden und Bekannten umhören, ob diese einen gebrauchten Reboarder zu verkaufen haben. Vertrauen ist ein äußerst wichtiges Kriterium beim Kauf eines gebrauchten Kindersitzes.

Haben Sie Vertrauen in den Verkäufer und können Sie alle der oben genannten Punkte abhaken, dann steht dem Kauf des gebrauchten Kindersitzes nichts mehr im Weg. Denken Sie daran: Sicherheit ist das A und O bei Kindersitzen und für Ihre Kinder.