Was ist ein Reboarder Kindersitz?

23.02.2017

Reboarder Kindersitz
Reboarder Kindersitz

Das Auto gehört zu den meist genutzten Transportmitteln in unserer Gesellschaft. Sie machen uns flexibel und unabhängig. Doch natürlich bergen die Straße und der Verkehr Gefahren und nicht selten kommt es zu katastrophalen Unfällen. Umso wichtiger ist es, dass wir und unsere Kinder im Auto gut gesichert sind. Kindersitze gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, doch in den letzten Jahren rückte der Begriff Reboarder Kindersitz zusammen mit dem Thema Sicherheit immer stärker in den Fokus. Warum ein solcher Reboarder Kindersitz ist und was ihn zu einer besonders sicheren Rückhaltevorrichtung für Kinder macht erfahren Sie hier.

Das Prinzip des Reboarder Kindersitz

Der prägnante Unterschied vom Reboarder Kindersitz zu den gängigen und bekannten Kindersitz Modellen ist, dass er, wie auch die Babyschale, entgegen der Fahrtrichtung im Auto angebracht wird. Die Kinder sitzen also rückwärts gerichtet im Auto. Für diese Art von Kindersitz gibt es, wie so oft, Befürworter und Gegner. Bei genauer Betrachtung der Argumente wird schnell klar, dass ein Reboarder Kindersitz eine bessere Alternative zum gewöhnlichen Kindersitz ist.

Vorteile vom Reboarder Kindersitz

Ein Reboarder bringt einen signifikanten Vorteil mit dich: die Sicherheit. Während in Deutschland diese Form der Kindersitze bislang noch nicht so populär ist, erfreuen sich Reboarder in skandinavischen Ländern, wie beispielsweise Schweden, größter Beliebtheit. Kinder bis zu 4 Jahren fahren hier rückwärts gerichtet. Ein Blick auf die Unfallstatistik macht deutlich wie sicher ein Reboarder Kindersitz ist: im Vergleich zu Deutschland kommt es in Schweden bei Verkehrsunfällen zu deutlich weniger schwerfälligen Verletzungen bei Kleinkindern.

Nachteile vom Reboarder Kindersitz

Für fast alle Nachteile, die in Bezug auf Reboarder genannt werden, gibt es eine einfache Lösung. So nennen viele Skeptiker den fehlenden Kontakt zum Kind als großen Nachteil. Das Kind blickt nach hinten in Richtung Heckscheibe und die ausladenden Seitenpolsterungen versperren die Sicht aufs Kind. Die einfache Lösung lautet: Rückspiegel. Solche Kindersitz Rückspiegel werden am Kopfteil der Rückbank befestigt und erlauben es den Eltern über den Blick in den Rückspiegel Kontakt zum Kind im Reboarder Kindersitz aufzunehmen.

Ein weiterer Nachteil ist der komplizierte Einbau. Bei älteren Reboarder Modellen ist der Einbau tatsächlich deutlich aufwändiger als bei einem vorwärts gerichteten Kindersitz. Neuere Modelle auf dem Markt lassen sich jedoch schnell und einfach per Isofix und zusätzlichem Stand Fuß in wenigen Minuten im Auto anbringen. Bei einer aufwendigen Installation ohne Isofix empfiehlt es sich, den genauen Einbau des Sitzes in einem speziellen Reboarder Fachgeschäft am Auto demonstrieren zu lassen.

Warum ist ein Reboarder Kindersitz so sicher?

Bei etwa 70% aller Unfälle im Straßenverkehr handelt es sich um einen Frontalaufprall. Um zu verstehen warum vor allem Kinder sich bei einem Unfall verletzen, muss man sich die Anatomie unseres Nachwuchses einmal genauer ansehen. Der Kopf von Babys und Kleinkindern ist im Verhältnis zum restlichen Körper extrem groß vergleichen mit den Proportionen eines Erwachsenen. Sitzt das Kind beim Frontalaufprall in einem vorwärts gerichteten Kindersitz, so wird der Kopf des Kindes durch das Abrupte abbremsen nach Vorn geschleudert. Die Gurte, die über den Schultern verlaufen bremsen den Kopf ruckartig wieder ab. Bei diesem Vorgang wirken extreme Kräfte auf den Nacken- und Wirbelsäulenbereich des Kindes, dass es im schlimmsten Fall zur Querschnittslähmung, oder sogar zum Tod kommen kann.

Im Reboarder Kindersitz hingegen wird das Kind bei einem solchen Unfall in den Sitz hinein gedrückt. Die Kräfte wirken gleichmäßig auf den gesamten Körper und nicht punktuell. Die Verletzungsgefahr ist somit deutlich niedriger.

Wenn Sie sich nun fragen, ob der Reboarder Kindersitz dann nicht eine Gefahr bei einem Heckaufprall ist, kann diese ganz leicht mit 'Nein' beantwortet werden. Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit eines Heckaufpralls sehr viel geringer. Außerdem müssen Sie sich überlegen, in welchen Situationen es zum Heckaufprall kommt, also in welchen Situationen Sie rückwärtsfahren. Vielleicht beim Ein- und Ausparken, oder beim Wenden durch Rückwärts-rechts-bogen. In all diesen Fällen liegt die gefahrene Geschwindigkeit etwa bei Schnittgeschwindigkeit. Selbstverständlich kann es auch bei niedrigen Geschwindigkeiten zu Verletzungen kommen, dies ist jedoch sehr viel unwahrscheinlicher als auf der Autobahn mit 120 km/h.

Lassen Sie Ihr Kind von den Vorzügen eines Reboarder Kindersitz profitieren und fühlen Sie sich auch auf langen Strecken über die Autobahn sicher. Ein Reboarder kann Leben retten.